Thema: Quest of Dungeons - Kleiner Dungeon Crawler ganz groß!Datum: ---

Das Böse streckt seine garstigen Finger über das Land und es liegt an vier wagemutigen Helden, sich der Gefahr anzunehmen. Ob als Magier, Krieger, Assassine oder Schamane stellt man sich den Gefahren, während man immer tiefer in die dunklen Gewölbe eindringt. Wer hierbei all zu schnell seine Vorsicht fallen lässt, wird sicherlich das ein oder andere Mal in eine brenzlige Situation geraten, doch mit genügend Tränken im Gepäck und der richtigen Ausrüstung wird man auch aus diesen siegreich hervorgehen.

Quest of Dungeon ist ein im Stile von 16Bit Grafiken gehaltener Dungeon Crawler, bei dem man sich durch mehrere Ebenen kämpft, Gegenstände sammelt und versucht möglichst nicht zu sterben. Je weiter man sich seinen Weg in die Tiefen des Dungeons bahnt, desto gefährlicher wird es. Doch zunächst einmal steht man vor der Qual der Wahl, mit welchem Charakter man das Abenteuer gerne bestreiten würde.

Der Magier besticht zwar nicht gerade durch seine körperliche Ausdauer, doch hat er einige interessante Zauber, mit denen er sich schnell mehrerer Gegner entledigen kann. Trotz seiner Zauberkraft, konnte ich in einem Spielverlauf leider keinen Heilzauber ausmachen, sodass er auf Heiltränke und um überhaupt Zauber wirken zu können Manatränke angewiesen ist. Den Nahkampf sollte man mit ihm möglichst meiden. Zwar stellen die ersten Gegner für den Magier noch keine sonderliche Gefahr dar, doch ändert sich dies sehr schnell.

Der Krieger bildet das komplette Gegenteil des Magiers. Der Fernkampf ist für ihn ein Fremdwort, stellt er sich doch mit voller Montur auch dem stärksten Gegner entgegen. Komischerweise besitzt er aber entgegen allen Erwartungen die Möglichkeit, sich mit einer seiner Fähigkeiten zu heilen!? Dies löst ihn ein wenig von dem stetigen Trank gebrauch, macht ihn aber dadurch noch lange nicht unbesiegbar.

Der Assassine, ein geübter Kämpfer mit Pfeil und Bogen. Er muss nicht wie der Magier auf Zauber zurückgreifen um aus der Ferne zu attackieren. Sein Standardangriff ist der Fernangriff. Umso mehr verwundert es auch nicht, dass wir mit ihm beim Kämpfen eher aus der Distanz agieren sollten.

Der Schamane vereint das Können von Fern- & Nahkämpfer und bildet somit den durchschnittlichen Allrounder. Dies lässt aber schnell das RPG-Schubladendenken aufkommen, wenn man "viel" kann, kann man nichts richtig. Das stimmt so aber nicht ganz, da man sich mit dem Schamanen gut auf verschiedene Kampfsituationen einlassen kann. Man muss nicht stetig wegrennen, aber sich verhauen lassen braucht man auch nicht.

Hat man sich schließlich für einen der Charakter entschieden, darf man der wohl zwar für dieses Genre vernachlässigbaren "Hintergrundgeschichte" lauschen, bekommt aber hierbei schon einen kleinen Vorgeschmack auf den im Detail steckenden Witz. Die vorher so gerühmte Heldengruppe, man beachte, dass man alleine im Dungeon spielt, agiert nämlich ganz nach dem T.e.a.m. = Toll ein anderer machts"-Motto.

Die Steuerung des Spiels über die Tastatur ist frei einstellbar. Neben WASD lassen sich auch die Pfeiltasten standardmäßig zur Bewegung nutzen. Eine Steuerung über die Maus ist auch möglich, allerdings hat diese gegenüber der Tastatur eine erhöhte Priorität. Sollte man also einen Fehlklick mit der Maus landen, ist es über eine weitere Bewegung mit der Tastatur nicht möglich, diese zu unterbrechen. Dies ist vor allem dann ein Problem, wenn man ausversehen mitten in einen unerforschten Raum klickt, nur um am Ende von einer Horde Monster umzingelt zu sein.

Dem Spieler stehen in Quests of Dungeons weiterhin zwei Angriffe zur Verfügung. Zum Einen der Standardangriff und zum Anderen verschiedene Spezialangriffe, welche innerhalb des Spielverlaufes erlernt werden können.

Wie in einem Großteil der Dungeon Crawler üblich, werden Angriffe und Bewegungen in Aktionen gerechnet. Solange man sich also nicht bewegt oder etwas anderes macht, was eine Aktion fordert, so bewegen sich auch Gegner nicht weiter oder greifen an. Dies gibt dem Ganzen ein gewisses Taktikgefühl. Problematisch hierbei ist nur, dass ein Entkommen von Gegnern schier unmöglich ist. Bewegt man sich ein Feld nach vorne, so bewegt sich auch der Gegner ein Feld in deine Richtung. Die Distanz mag zwar gleich bleiben, aber Aktionen wie das Trinken eines Trankes, verkürzen diese früher oder später. Als Bogenschütze oder Magier ist es kaum möglich wieder Distanz aufzubauen, um aus der sicheren Entfernung zu attackieren.

Trotz dieser kleineren Faktoren kann der Spielspaß nicht getrübt werden. Neben dem angenehm steigenden Schwierigkeitsgrad kann man auf den verschiedenen Ebenen unterschiedliche Quests erfüllen, um Gold und Erfahrung zu erhalten. Die Dungeons sind abwechslungsreich, durch das automatische Generieren dieser bei Spielstart, auch wenn sich am eigentlichen Spielprinzip nichts ändert.

Pro
Abwechslungsreiche Dungeons
Schöne Grafiken
Nette Hintergrundmusik
Kommentare der NPC

Contra
Distanzklassen teilweise Gegnern ausgeliefert
Steuerung kann zu Beginn problematisch sein
Kann auf längere Sicht eintönig wirken

Fazit
Wenn man gerade mal nicht weiß, was man spielen soll, dann ist Quest of Dungeons sicherlich kein Fehlgriff. Mir hat es bereits einige Stunden Spielspaß bereitet und mal sehen, ob es noch ein paar mehr werden. Dazu kommen noch die herrlichen ab und an eingestreuten Kommentare der NPC, die einen doch mal schmunzeln lassen. Ärgerlich kann es allerdings werden, wenn man nach einiger Zeit des Spielens an einen Gegner gerät und man erst dann bemerkt, die Heiltränke sind aus!

Quest of Dungeons ist seit dem 25. März 2014 für nur 4,99 € auf Steam erhältlich.